Erlebnisse einer Schiffsüberführung von Süditalien nach Basel


Ile´de Porquerolles

In der Renaissance auch „goldene Insel“ genannt, ist sie mit 15 qkm die größte der Inselgruppe Iles de Hyère. Autofrei bietet sie mit ihren Pinienwäldern eine üppige mediterrane Vegetation. Leider in der Hauptsaison beliebtes Ausflugziel der Franzosen. Unzählige Schnellfähren karren die Touristen im 2-Stunden-Rhytmus vom Festland herüber.


St. Tropez

St. Tropez liegt an der blauen Küste, die sich zwischen Marseille und Mentou erstreckt. Früher ein kleines Fischerdörfchen, heute Schauplatz für Glanz und Glamour.

Westlich des Hafens gutgeschützter Ankerplatz, ca. 3 km Fußweg durch hohes Schilf und wunderschön angelegte Gärten über den Hügel zur Stadt. Pastellfarbene Häuser säumen die gepflasterten Gassen hinauf zur Zitadelle.


Port Napoleon

Viele, die auf den Binnenwasserwegen das Mittelmeer befahren oder verlassen wollen, werden sicher eines Tages diesen Hafen anlaufen.

Auszug aus dem Logbuch der YEMANJA während des Überführungstörns Italien-Schweiz im Sommer 1999:

Sonntag, 1. Aug. 13.40 Cap Couronne querab, reger Schiffsverkehr, ca. 5 sm bis zur 1. Fahrwassertonne. 15.15 Nord- u. Ostquadrant der Untiefen nahe der Rhonemündung in Sicht. 15.40 Steuern nach Anweisung des Lotsen auf dem Vordeck (rechts u. links stehen Angler knietief im Wasser)!!! 16.15 Seezeichen in Deckung bringen, an der Biegung in Richtung Hafen. 17.00 Anlegen längsseits an Schwimmstegen bei starkem Seitenwind.

Praktische Hinweise: Minibus, Service der Werft in das 3 km entfernte Port St. Louis (großer Supermarkt u. alle Versorgungsmöglichkeiten). Masten stellen u. legen mittels Mobilkran, vorher anmelden. Travellift, Stellplätze.


Provence von Arles bis Lyon

Geographisch lässt sich die Lage nicht genau bestimmen, so unscharf sind ihre Konturen, aber einzigartig die Vielfalt ihrer Landschaft. Magisch anziehend war dieses Land auch für die großen Klassiker der Kunst, um mit van Gogh und Cézanne nur einige zu nennen.


Rhône aufwärts...

812 km, nach der Loire Frankreichs zweitlängster Fluss. Sie entspringt am Rhônegletscher im Schweizerischen Kanton Wallis, unweit der Wasserscheide, wo auch der Rhein seinen Ursprung hat. In Lyon vereinigt sie sich mit der Saône.

Das Rhônetal ist seit Jahrtausenden eine wichtige Verkehrsverbindung, von alters her Durchzugsgebiet verschiedener Stämme, Handelskaravanen und Heere. Bezeichnend, dass der Name des Flußes griechischer Herkunft ist. Er verweist auf Siedler aus Rhodos, die ihn erkundeten und benannten.

Port St. Louis du Rhône - Begegnung verschiedener Welten, Fluss und Meer

1. Schleuse Maritime K 323 (bei der Ausfahrt in die Rhône starke Strömung)


Arles

Im Herzen der Provence und in einem unvergleichlichem Licht, hier teilt sich die Rhône in die beiden Arme Grand Rhône (östl.) und Petit Rhône (westl.). Immer wieder Anziehungspunkte sind die zahlreichen Spuren aus der Zeit als griechische Kolonie und römische Hauptstadt. Sehenswert: Römisches Theater, Amphitheater, Kathedrale St.Trophime. Hinter Arles zeigt sich die Rhône wieder in ihrem eigenen Bett, kleine Inseln reihen sich aneinander, die Ufer sind wild bewachsen, es riecht nach Kräutern.

Praktische Hinweise: Tankstelle vor der Brücke Nouveau Pont, von hier ca. 900 m stromaufwärts befindet sich das Büro, wo man das Billett für die Flussbefahrung erwerben kann.


Avignon

Kilometer 241 fällt der Blick auf den Papstpalast. 7 Päpste folgten während des 14. Jh. in Avignon aufeinander. Davon blieb der riesige Palast und zahlreiche andere Bauwerke. Die Stadt gilt als heimliche Hauptstadt der Provence. Ihr Name geht auf die keltische Bezeichnung AOUENION zurück, was so viel wie „Herr der Wasser“ bedeutet, womit offensichtlich die vorbeifließende Rhône gemeint ist. Unter den Römern blühte „Avenio“ zu einem bedeutenden Handelsplatz auf. Von 1309-1376 residierten die Päpste in Avignon. Diese Epoche nannte man die „Babylonische Gefangenschaft der Kirche“.

Praktische Hinweise: K 225 idyllischer Anleger bei Roquemaure.


Valance

Die ehemalige „Colonia Valentia“ wurde im 2. Jh. n. Chr. gegründet. Die Stadt wird von ihrer Kathedrale dominiert und hat von ihrem mittelalterlichen Aussehen bewahrt. Im 15. Jh. wurde sie Universitätsstadt, unter ihren Studenten war kein geringerer als François Rabelais (1494-1553). Zwischen Lyon und dem Mittelmeer ist Valance, neben Avignon eine der beiden bedeutendsten Städte.

Praktische Hinweise: Port de Plaisance de L’ Épervière, gut geschützt bei Mistral, Schwimmsteg jedoch für Schiffe über 12 m nicht geeignet (nur wenige Klampen)


Lyon

Lyon, zweitgrößte Stadt Frankreichs, Hauptstadt Galliens zur Zeit der Römer, schon um Christi Geburt eine Weltstadt und mit ihrer mehr als zweitausendjähriger Geschichte würde sie an dieser Stelle den Rahmen sprengen. Ganz ohne Zweifel prägt der Zusammenfluss zweier Ströme, Le Rhône und La Saône das Bild dieser quirligen, pulsierenden 1,1 Millionen Metropole. Malerische Altstadt am westlichen Saôneufer gelegen, geheimnisvolle überdachte Gassen und Gänge der Traboules, reich dekorierte Paläste aus Gotik und Renaissance.

Praktische Hinweise: K 3 Quai Mal Joffre, Liegeplatz nahe der Votivkirche Notre-de-Dame de Fourvière


Saône von Lyon bis St. Jean de Losne

Die Saône entspringt südwestlich von Èpinal und mündet in Lyon in die Rhône mit einer Gesamtlänge von 482 km und 24 Schleusen.

Wie Perlen an einer Schnur reihen sich malerische Dörfer, herrschaftliche Anwesen, bewaldete Steilhänge, sanfte Hügel und sehenswerte Städtchen aneinander. Seit dem 17. Jh. fließt sie in ihrer vollen Länge durch Frankreich. Auf saftigen Wiesen grasen die Charolais-Rinder und nicht selten entdeckt man im üppigen Buschwerk den farbenfrohen Eisvogel.

Port Arciat K 73, südlich der Brücke am Westufer befindet sich ein 60 m langer Schwimmsteg, Tiefe ca. 2.80 m, Restaurant direkt am Anleger, Benutzung der Duschen auf dem angrenzenden Campingplatz möglich. Hier kann man die Ruhe der Provinz genießen.

Mâcon K 78, Weinstadt und folglich Heimat des Mâconnais und Beaujolais. Wahrzeichen der Stadt ist die St. Laurent-Brücke, die beinahe dem Ausbau des Flusses hätte weichen müssen. Eigens für die Großschifffahrt wurde eine 3 km lange Umgehungsstrecke am Ostufer gebaut. Praktische Hinweise: Engstelle bei K 79,3 (überspülter Damm), Vorsicht bei der Brückendurchfahrt, die Bögen sind sehr eng.

Chalon-sur-Saône K 142, schon Julius Cäsar hatte hier ein Proviantlager. Im Mittelalter besuchten die Kaufleute ganz Europas den Markt der Stadt. Später entwickelten sich hier Schwerindustrie und Schiffswerften (Unterseeboote). Hier ist der Fluss breit und nicht selten trifft man auf einen Segler. Die vom Saône-Wasser umspülte Insel gilt als Hochburg für kulinarische Spezialitäten.

Praktische Hinweise: Port de Plaisance de Chalon sur Saône - Schwimmstege unterhalb der Brücke.

St. Jean de Losne K 215 liegt an einer Kreuzung von Binnenwasserstraßen, denn nur vier Kilometer flussaufwärts mündet der Rhein-Rhône-Kanal und in der Stadt zweigt der Canal de Bourgogne ab.

Praktische Hinweise: beim Anlegen an die Stadtpier sind je nach Wasserstand lange Festmacher erforderlich.


Rhein-Rhône-Kanal/Doubs K 219

St. Jean de Losne - Dannemarie

Der Doubs hat seinen Ursprung im Jura-Gebirge und ist mit 430 km Länge der wichtigste Nebenfluss der Saône. Durch Wehre und Schleusen wurde sein Unterlauf auf mehr als 100 km schiffbar gemacht. Wenn sich vier Kilometer nördlich von St. Jean de Losne die kleine unscheinbare Schleuse öffnet, beginnt wohl einer der schönsten Wasserwege Europas. Die Schleusenanlagen sind schmal aber hübsch angelegt, bunt blühende Blumen schmücken die Schleusentore. Der Wärter wohnt mit Hund und Katz gleich nebenan und verkauft Landwein und Honig.

Dôle K 217, Geburtsstadt Louis Pasteur’s. Bis zum 17. Jh. blühende Hauptstadt der Franche-Comté. Ludwig XIV entzog ihr diesen Titel als Strafe für die Unabhängigkeit und durch den Einfall seines Heeres war es bald zum Provinznest degradiert. Professoren und Bischöfe verließen die Hügelstadt, Studenten blieben aus. Das Schicksal war hiermit besiegelt.

Schmale, gepflasterte Gassen zwischen bis zu 500 Jahre alten Mauern mit Cafés, Bistros und Restaurants laden zum Bummeln ein. Praktische Hinweise: Nouvelle Vogue, Stützpunkt einer Charterbasis verfügt über Schwimmstege unterhalb der Kathedrale (nachts beleuchtet).

Schleuse 66, nach Passieren der Schleuse durchfährt der Reisende einen natürlichen Tunnel aus hohen Platanen. Im Morgengrauen dringt das Sonnenlicht nur schwach durch das Blattwerk, Nebelschwaden bilden sich über der Wasseroberfläche.

Ranchot K 39,35 schöner Liegeplatz mit Dusche und Toilette!

Schleuse 56 Thoraise K 59,2 gute Liegemöglichkeiten an einem Ponton vor Einfahrt in den Tunnel von 185 m Länge (4,10 hoch, 2,50 m Wassertiefe) – langsam nähert sich das Schiff der Tunneleinfahrt. Es bleiben nur wenige Zentimeter zwischen Bordwand und Tunnelmauer. Schatten huschen über die gewölbeartige Tunneldecke, das Tuckern des Motors hallt von den Tunnelwänden wider. Ein aufregendes Erlebnis!!

Besançon K 73,5 das antike Vesontio liegt sehenswert in einer Flussschleife des Doubs, die sich um einen Felsen schlängelt. Obwohl die Geburtsstadt Victor Hugo’s mehrmals zerstört wurde, reichen die Spuren weit zurück in die Vergangenheit. Mächtigstes Bauwerk ist die Zitadelle hoch über der Stadt, die erst nach 35 Jahren Bauzeit fertiggestellt wurde (1710).

Praktische Hinweise: Die Schleife kann nur bis zu einem Tiefgang von 1,30 m befahren werden. Schleuse 50, 51 und der 400 m lange Tunnel werden zusammen genommen.

Baumes-les-Dames K 109,5 verdankt seinen Namen einem ehemaligen Kloster, das schon im 7. Jh. begründet wurde und in dem lediglich Damen des Hochadels aufgenommen wurden. Das Dorf liegt malerisch und an der Einmündung des Causancin unternahm der Marquis Jauffray d’Abbans die ersten Versuche mit einem Dampfschiff.

Praktische Hinweise: Anlegen am Ostufer vor der Brücke, Vorsicht das Ufer steigt schräg an! Ab hier erhöht sich die Schleusenhäufigkeit auf 2-4 km.

L’Isle-sur-le-Doubs K 140 kulturell nicht viel zu bieten. Großer Supermarkt direkt über die Straße, Liegemöglichkeit am Westufer vor der Schleuse 26.

Montreux Chateau K 185,5 passiert der Wasserwanderer mit den Schleusen 6-3 in einem Bogen die Scheitelhaltung, eine aus dem Frankfurter Frieden v. 1871 hervorgegangene Unterbrechungsstelle des franz. Kanals, an der heutigen Grenze zwischen den Regierungsbezirken Territoire de Belfort und Haut-Rhin. Hier ändern sich die konventionellen Fahrwasserseiten. Der malerische Abstieg ins Elsass beginnt.

Montreux Chateau

Praktische Hinweise: Jetzt folgen eine Reihe von Schleusentreppen, die ohne Unterbrechung in Begleitung einer Schleusenmannschaft und in Absprache mit den Talfahrern, nicht unterbrochen werden können.

Dannemarie, in der Kanalverbreiterung liegt der Bootshafen mit allen Einrichtungen. Einkaufsmöglichkeit 5 min. kanalaufwärts .



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