Inseln, wie Perlen an einer Kette

Dodekanes, übersetzt bedeutet das 12 Inseln, die während der Starkwind-Saison eher für den erfahrenen Segler ein Revier bietet. Zwischen Kreta und der Türkei liegen sie in der smaragdgrünen Weite der Südägäis. Hier nur einige genannt: Samos, Kalymnos, Léros, Lipsi, Pátmos


Samos

Ursprünglich war die Insel mit dem Festland verbunden, durch Erdbeben hat sie sich gelöst. Dem Mythos zufolge war Samos die Heimat der Göttin Hera. Ihr zu Ehren errichtete man einen Tempel, der eines der sieben Weltwunder darstellte, doch 538 v.Chr. durch ein Feuer zerstört wurde.

Praktische Hinweise: gute Ankermöglichkeit im Hafen von Pythagóreion


Kalymnos

Mit ihrem gleichnamigen Hauptort ist bekannt für ihre Tropfsteinhöhlen und Thermen und Heimat der Schwammtaucher. Vom Klosterberg schweift der Blick über die blau-weiß getünchte Häuser des aufstrebenden Touristenortes. Am Denkmal im Hafen liegt man zwar direkt an der Straße, aber immer noch besser, als im Mooringgewirr den Anker fallen zu lassen.


Léros

Einst von den Türken erobert, von Italienern besetzt und später an die Griechen zurückgegeben, wie viele der ägäischen Inseln. Im Süden liegt die fjordähnliche Bucht Xerocampos, ein kleines, verschlafenes Dorf. In der ufernahen Taverne hat der Segler bei Meeresfrüchten und Retsina sein Schiff immer Blick.


Die grüne Insel

Korfu, (593 qkm) ihrer üppigen Vegetation verdankt sie den Beinamen „die grüne Insel“. Die turbulente Hauptstadt wirkt mit französischem, englischem und italienischem Einfluss auf jeden Besucher faszinierend; ebenso elegante Geschäfte, großzügige Plätze, beieindruckende Architektur und lauschige Winkel.

Praktische Hinweise: der Haupthafen Kerkyra eignet sich nur für kurze Aufenthalte, die der Versorgung dienen. Unterhalb der Festung, südwestlich des Königlichen Yachthafens gibt es Ankermöglichkeiten (Garitsas), die dem Segler etwas mehr Ruhe versprechen als am Puls der Stadt im Fährhafen zu liegen.

Marina Gouvia bietet jeden erforderlichen Service auch für Überwinterer.

Ormos Stephanos im Nordosten nahe der albanischen Grenze ist ein idyllischer Ankerplatz; einige Tavernen am Strand laden zum Retsina ein, das eigene Boot immer im Blick.

Paläokastritsa liegt im Nordwesten der Insel und bietet guten Schutz. Außerhalb der Saison gibt es an der Mole reichlich Platz, so dass beim Anlegen längsseits keiner die Nase rümpft. Ein Ausflug zum byzantinischen Kloster Panagia Theotokos und in die reizvolle Umgebung gehört zum Programm.


Lefkas (300 qkm)

Eine Perle im Ionischen Meer mit bewaldeten Buchten, herrlichen Stränden, Berge die auf über 1000 m ansteigen; häufig von Erdbeben erschüttert gilt die Insel als landschaftlich sehr reizvoll. Ein Kanal trennt sie vom Festland. Wer den langen Weg (Schotterpiste) zum Lefkadischen Felsen am südlichen Zipfel nicht scheut wird mit einem atemraubenden Blick von der 72 m hohen Klippe, von der sich einst Sappho, die berühmte Dichterin der Antike aus Liebeskummer stürzte, belohnt.

Vlychon, tropfenförmige Bucht im Osten der Insel. Ein „Hurrikan Hole“ wie die Karibien zu sagen pflegen. Mitte der 90iger noch Ziel von Ruhesuchenden und Beispiel für Urwüchsigkeit. Am Westufer befindet sich ein kleiner Supermarkt, in zweiter Reihe ist frisches Brot erhältlich. Diesel bunkern per Tankwagen am Kai. Der sichere Ankergrund erlaubt auch einige Ausflüge in die Umgebung. Per Mountainbike geht es Richtung Nidri. Am Ortsausgang führt eine Straße durch Olivenhaine, später zu Fuß über einen schmalen Pfad entlang eines alten Wasserleitungssystemes zu einem hübschen Wasserfall von üppigem Grün umgeben.


Kleine Insel im Ionischen Meer

Paxos, die kleinste der Ionischen Inseln nur wenige Seemeilen südlich von Korfu gelegen. Der Fremdenverkehr konzentriert sich auf den Hauptort Gaios im Südosten und den Hafen Lakka im Norden. Die geräumige Bucht mit gutem Sandgrund hat Platz für viele Schiffe. Umgeben von Olivenhainen bietet sie eine reizvolle Landschaft. Bars und Restaurants säumen die Uferpromenade. Der Hafen Gaios zieht wegen seiner interessanten Lage viele Besucher an. Von Norden kommend liegt an Backboard malerisch die flache Insel Ns. Panagia, die ein Kloster beherbergt, um das sich eine lange weiße Mauer zieht. An Steuerboard der Fähranleger am Fuße schroffer Felswände. Dann folgt die dicht bewaldete Insel Ns. Agios Nikolaos auf der einst, kaum sichtbar zwischen Bäumen, ein Kastell errichtet wurde. Immer enger wird die natürliche Wasserstraße an deren Ende der Ort liegt mit vielen, kleinen bunt getünchten Häusern, die schmale, verwinkelte Gassen bilden.


Auf den Spuren Oktavians

Preveza, einst Fischerort am Eingang zum Ambrakischen Golf heute beliebtes Ziel griechischer Urlauber. Im Jahre 31 v.Chr. fand hier die berühmte Seeschlacht von Aktion statt, in der Oktavian (der spätere Kaiser Augustus) mit seinen Schiffen die vereinigten Flotten von Antonius und Cleopatra vernichtete. In Erinnerung an diesen Sieg gründete Oktavian 7 km nördlich von Preveza die Stadt Nikópolis. Um den Ort mit Leben zu füllen ließ er Menschen aus dem ganzen Epirus hierher umsiedeln, so dass er die für damalige Verhältnisse immense Zahl von 300.000 Einwohner erreichte. Von dieser Metropole, die im Jahre 375 v.Chr. von einem Erdbeben zerstört wurde, sind heute noch Theater und Stadion erhalten.

Praktische Hinweise: Anlegen mit Buganker an der Stadtmole vor dem Postgebäude, Ankern im hinteren, nordöstlichen Teil des Hafenbeckens. 1997 herrschte noch reger Fährbetrieb zwischen den beiden Ufern, inzwischen ist wohl der geplante Tunnel, zum Leidwesen der Fährbetreiber, fertiggestellt. Marinas befinden sich am Ostufer. Vom nahegelegenen Militärflughafen besteht während der Sommersaison Flugverbindung mit Athen.


Ambrakischer Golf

Etwa 20 sm lang ist es ein landschaftlich sehr schönes Binnenmeer. Die Nordküste ist wegen der Mündungsgebiete sehr flach, die Südküste hingegen fällt meist steil ab. Manchmal kreuzen einzelne Tümmler das Fahrwasser. Segeln unter Vollzeug bei Windstärke 5 ohne die sonst üblichen kurzen Wellen.


Menidion

liegt im äußersten Nordosten des Golfes; (Ankern vor der Stadt oder nördlich des Molenkopfes). Die Umgebung lädt zu Spaziergängen ein. Das Fischrestaurant mit bunten Lampions oberhalb des Hafens ist zu empfehlen. Abends gehört eine Taschenlampe auf jeden Fall ins Handgepäck, da das gesamte Stromnetz der Stadt hin und wieder zusammenbricht. Aber keine Angst, die Küche bleibt nicht kalt, Notstromaggregate sorgen rasch für Ersatz.


Golf von Patras

Der Golf trennt das griechische Festland vom Peleponnes. Weit öffnet sich der Seeraum zum Prokolpos Patron. Gleich am Eingang liegt das Lagunengebiet von Limnothalassa Mesolongion mit zahlreichen Inseln und Schlickbänken, das weiträumig umfahren werden sollte. Eine gute Ansteuerungshilfe bietet der Leuchtturm der kleinen Insel A. Sostis, der nur 1,8 sm westlich der Einfahrt zum Hafen liegt. Das ca. 2,5 sm lange Fahrwasser hat durchnittlich eine Tiefe von 3-4 m. Während das Schiff die Rinne passiert, wird der Besucher in eine Stimmung versetzt, als sei hier die Zeit stehen geblieben. Die Holzhäuser sind auf unzählige Pfähle gebaut und zu jedem „Anwesen“ gehört ein eigener Anleger, dessen baulicher Zustand nicht gerade Vertrauen erweckt. Im Hafen liegen die Schiffe, je nach Bedarf, vor Anker oder längsseits an der Mole. Die Stadt lag um 1825 im Zentrum des Befreiungskampfes gegen die türkische Vorherrschaft. Im Stadtkern finden sich zahlreiche Lokale, Grillstuben mit Fischspezialitäten. Gassen und Plätze sind voller Gegensätze. Hier und da zischt das bayerische Weißbier.


Golf von Korinth

Meeresarm des Ionischen Meeres zwischen dem Peleponnes und dem griechischen Festland, erstreckt sich vom Golf von Patras ostwärts bis zum Isthmus von Korinth. Ca. 70 sm lang und durchschnittlich 13 sm breit. Während die N-Küste von steilen Gebirgen (1200-2400m) eingefasst wird und viele Einschnitte hat, verläuft die S-Küste eher gradlinig, hat fruchtbare Ebenen und ein sanft ansteigendes Hinterland. Während der Sommersaison herrschen im allgemeinen mäßige Westwinde, die im Laufe des Tages auffrischen und nach Sonnenuntergang wieder abnehmen. Durch den Kanal von Korinth, der 1893 fertig gestellt wurde ist der Golf mit dem Ägäischen Meer verbunden. Das besondere Erlebnis eines jeden Seglers ist, den 3 sm langen Kanal auf eigenem Kiel zu durchfahren. Zu beiden Seiten ragen goldgelb die Wände bis zu einer Höhe von 80 m auf. Die Durchfahrt erfolgt im Verband und ist durch Flaggen- u. Lichtzeichen geregelt. Am östlichen Ende befindet sich oberhalb des Betonsteges das Kassenhaus, wo die Benutzungsgebühr zu entrichten ist.

Im Yachthafen von Korinth kann der Termin zur Durchfahrt, der über Kanal 16 vereinbart wird, abgewartet werden. Die Wartezeit nutzen und das nahegelegene Alt-Korinth besuchen.




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