Im Nordwesten das fruchtbare Crati-Tal und im Südosten das gewaltige Sila-Gebirge sind unbedingt eine Reise wert. Ein plateauartiges Urgebirgsmassiv, das 3300 qkm umfasst und sich im Durchschnitt auf 1400 m erhebt, mit dem Botte Donato auf 1928 m seinen Gipfel findet, zum Crati-Tal steil abstürzt und sich nach dem Golf von Taranto allmählich senkt. Viehweiden bedecken die Hochflächen und die reichen Baumbestände beherbergen noch Wölfe und schwarze Eichhörnchen. Die Seen sind durch die Aufstauung der Flüsse für die Gewinnung von Strom entstanden und schmiegen sich herrlich in die Landschaft, die zum Wandern einlädt.

Praktische Hinweise: Häfen an der Südküste (Cirò Marina, Crotone, Le Castella und Rocella)

Cirò Marina, von Norden kommend sollte das Cap P. Alice wegen plötzlich auftretender Kreuzseen mit ausreichend Abstand passiert werden. Anlegen längsseits an der Ostmole.

Crotone, im Altertum die berühmte archäische Kolonie Kroton gegründet im 6. Jh.v.Chr., hat eine schöne Altstadt und zwei Häfen. Im alten Hafen wird an der Mole vor Ratten gewarnt. Der neue Handelshafen bietet reichlich Platz, vor einigen Jahren noch teilweise in Bau befindlich, war es der Sportschifffahrt erlaubt dort anzulegen.

Le Castella, nur wenige Meilen westlich des Caps Rizzuto gelegene Marina mit Schwimmstegen und Moorings. Über 12 m Schiffslänge schwierig zu manövrieren!

Rocella, großzügig angelegt mit Vorhafen und Schwimmstege im Innenhafen.


Capráia

Eine ca. 30 Seemeilen nordwestlich von Elba gelegene Vulkaninsel. Beliebter Trittstein auf dem Weg Richtung Cap Corse oder Portoferráio. Drittgrößte Insel im Toskanischen Archipel, ihren Namen verdankt sie den wilden Ziegen, die sie einst bevölkerten (capra = Ziege). Früher oft in den Händen von Piraten dient sie heute dem Strafvollzug. Eine sehr gut erhaltene Römerstraße führt durch teilweise unwegsame Macchia zum Kratersee hinauf. (Fußweg ca. 3 Std.) Im Dorf über dem Hafen gelegen findet der Besucher hübsche Cafés, Supermarkt und Gemüsehändler.

Praktische Hinweise: Bei Mistrallage starker Schwell durch Reflektionswellen; ist der Hafen voll wird in 2. Reihe geankert.


Elba

die größte Insel im Toskanischen Archipel hat eine Ost-West-Ausdehnung von 27,5 km und eine Nord-Süd-Ausdehnung von 18,5 km. Sehr gebirgig erreicht sie mit dem Granit-Massiv Monte Capanne eine Höhe von 1019 m. Schroff fallen die Küsten ins Meer hinab: granitgrau im Westen, rostrot im Osten (Eisenerzvorkommen). Sechs große Golfe beherbergen verlockende Ankerbuchten. Die sichersten Häfen sind Portoferraio im Norden und Porto Azzuro an der Ostküste.

Süffiger Elba-Wein in lauschigen Trattorias, Tamarisken und Maulbeerbäume an den Uferpromenaden, urige Fischerviertel, trotzige Wachtürme und die Erinnerung an Napoleon - all das ist Elba.


Porto Azzurro

Früher noch Porto Longone , an der Ostküste malerisch gelegenes, von den Spaniern im 17. Jh. befestigtes Fischerstädtchen, hat ca. 3000 Einwohner und lebt heute vom Tourismus. Einst diente die Zitadelle San Giovanni als Strafanstalt; aus diesem Grund verband sich der alte Name hartnäckig mit dem Gedanken an Kriminelle. Niemand wollte hier Urlaub machen. Kurzerhand benannte man den Ort in Porto Azzurro um und schon lief der Touristenstrom. Taucher kommen an den zerklüfteten Felsküsten und zahlreichen Grotten auf ihre Kosten. Liebhaber von seltenen Steinen wird es in die Nähe der stillgelegten Bergwerke ziehen.


Portoferraio

Hauptort der Insel liegt auf einer Landzunge im Norden der Insel und gilt als der sicherste Hafen weit und breit, (leider meistens belegt mit Dauerliegern). Enge Gassen zwischen ockagelben Häusern laden zum Altstadtbummel ein. Höchster Punkt die Piazza Napoleon, westlich davon das Forte Falcone, östlich oberhalb des Leuchturms, das Forte Stella. Von hier schweift der Blick über die roten Dächer der Stadt zu samtgrünen Hügeln, eindrucksvollen Buchten mit weißen Kieselstränden, von Möwen bevölkerte Schluchten, die Nester der Kormorane, Arkrobaten des schnellen Streiffluges.

Praktische Hinweise: Ankerplätze gegenüber der Fähranleger nahe der Werft, trotz des Fährverkehrs nur wenig Schwell!


M. Argentário/Porto S. Stefano (Festland)

Porto S. Stefano am Fuße des Monte Argentario, der der Halbinsel seinen Namen gab, war früher ein kleiner Fischerhafen, heute ein beliebtes Urlaubsziel der gut situierten Italiener, deren großzügig angelegte Anwesen die Umgebung bestimmen.

Im 2. Weltkrieg zu 80% zerstört, hat man es nahezu vollständig wieder aufgebaut. Haupterwerbsquelle war früher die Fischerei. Täglich wurden die Fänge nach Rom gebracht. Während des späten Mittelalters war P. S. Stefano ein kleiner Handelsstaat, der einen beträchtlichen Einfluss auf die nahegelegenen Hafenorte ausübte. An der Seeschlacht von Lepanto nahmen die Ritter von P. S. Stefano mit 12 Schiffen teil.


Gallípoli

Im Westen der Salentinischen Halbinsel gelegen und zur Region Apulien gehörend. Kalé polis, die >schöne Stadt<, tauften die Griechen aus Tarent diesen Ort. Ein zauberhaftes Hafenstädtchen auf einer Felsinsel errichtet und durch eine Brücke mit der modernen Vorstadt verbunden. Am östlichen Brückenende ein Brunnen von 1560 mit antiken Reliefs. Es heißt Hammerschläge sollen den dargestellten erotischen Szenen ihren Aufreiz gewaltsam genommen worden sein. Jenseits der Brücke das Kastell (13-17.Jh.)mit seinen goldgelben Mauern. Verwinkelte Gassen führen zur Kathedrale und zum Museum mit interessanten Funden. Im alten Hafen liegt die Fischereiflotte mit ihren farbenfrohen Booten. Das fangfrische Angebot des täglichen Fischmarktes lässt sich abends kulinarisch in den angrenzenden Lokalen testen, Seeigel gehören zu den Spezialitäten. Schwämme eignen sich hervorragend zur Körperpflege. In der am Abend romantisch beleuchteten Altstadt laden kleine Restaurants zum Essen ein.

Praktische Hinweise: Anlegen im Handelshafen mit Buganker, Vorsicht alte Mooringleinen!

Empfehlenswert ist auch ein Ausflug in das 40 km entfernte Lecce.


Lecce

Provinzhauptstadt und wegen ihrer eigenartigen, von einheimischen Künstlern geschaffenen reichen Barockarchitektur, für die der Lecceser Kalkstein den schönen, leicht zu bearbeitenden Werkstoff lieferte, eines der interessantesten Ziele Unteritaliens. Als reichste Stadt Apuliens strahlt sie Wohlhabenheit aus, ist altmodisch und von gediegener Eleganz. Bis heute leben hier höhere Beamte, Gutsbesitzer, Advokaten und die Träger alter Adelstitel. Reich an Kirchen, Plätzen mit hübschen Cafés und kleinen Geschäften lohnt ein Bummel durch die Altstadt.


Santa Maria di Leuca

Benannt nach dem weißen Kalkfelsen (griech. ákra leuká) und östliches Ende Süditaliens. Das Kap, an dem Ionisches und Adriatisches Meer aufeinandertreffen, ein viel genannter Ausgangshafen (früher nur Ankerplatz) zur Überfahrt nach Apollonia in Epirus war. Vom Leuchtturm (102 m) überblickt man die 40 sm breite Straße von Otranto, bei guter Sicht, bis zu den Gebirgszügen Albaniens.

Praktische Hinweise: Hafen seit einigen Jahren mit Schwimmstegen (die Steganlagen werden wegen der Südstürme im Winterhalbjahr komplett entfernt). Die Ostmole wurde mehrmals verlängert und mit Betonblöcken verstärkt.



Straße von Messina

„ Zur Rechten hält die arge Scylla ihre Hunde, zur Linken droht Carybdis mit umschäumten Munde, in ihren Wirbel saugt sie gierig ein den Strom der Stunde, und aus dem tiefsten Grunde speit sie ihn; von Wut erfüllt, erheben sich die Wogen, um des Himmels Schild zu netzen.

Scylla aber, eh’ sie es verschlingt, reißt in den Strudel jedes Schiff, das sinkt, zerschlägt es auf den Felsen.“

Vergil: Äneis, Buch III


„ So segelten wir in die Meerenge“, sagte Odysseus zu König Alkinoos, „ obwohl wir fast vor Furcht vergingen.“

Denn auf der einen Seite drohte uns Scylla, während auf der anderen die geheimnisvolle Charybdis das Meerwasser auf ihre schreckliche Art einsaugte. Wenn sie es wieder erbrach, stieg sie empor aus der Tiefe und kochte über wie ein großer Kessel auf zu kräftig geschürtem Feuer. Und die Gischt, die sie versprühte, regnete wieder auf die Felsen zu beiden Seiten. Aber wenn sie das Salzwasser hinunterschluckte, konnte man bis auf den Grund dieses Strudels blicken. Von den Felsen hallte ihr fürchterliches Röhren wider und der schwarze Sand des Meeresbodens ward sichtbar.“

Odysseus pflegte nie zu untertreiben. Aber ganz so ist es heute nicht mehr, eher der rege Schiffsverkehr nagt an den Nerven, dennoch sind Strom und Gezeiten sind nicht zu unterschätzen.


Reggio di Calabria

Das bedeutendste städtische Zentrum im südlichen Kalabrien, von den Griechen 743 v.Chr. gegründet, in der Römerzeit als „Rhegium“ bekannt, mehrmals durch Erdbeben zerstört, gilt es heute als wichtigster Erzeugungsort von Bergamottöl.

Praktische Hinweise: Anlegen im Handelshafen nur für kurze Zeit möglich, ausreichend abfendern, lange Festmacher wegen hoher Mauern!


Sibari

Etwa 32 km nordwestlich von Rossano liegen am Unterlauf des Crati, nicht weit von der Küste, die Überreste der antiken Stadt Sybaris, die im Jahre 709 v.Chr. von Archäern gegründet und später wegen ihres Luxus sprichwörtlich war, aber schon 510 v.Chr. von den Einwohnern der Stadt Kroton zerstört wurde. Ähnlich wie Troja wurde sie im Laufe der Jahrhunderte mehrmals an der gleichen Stelle wieder aufgebaut. Seit 1960 werden von der Technischen Hochschule in Mailand und der Pennsylvania University systematische Forschungs- und Grabungsarbeiten durchgeführt. Wanderungen im Appenin Lucano, von Flussläufen reich gegliedertes Berg- und Tafelland, unberührte Natur, kleine Dörfer und Klöster.


Laghi di Sibari

Eine Ferienwohnanlage mit Bootsliegeplätzen direkt vor der Tür. Hafenbecken und Wasserstraßen gespeist vom Crati, durch eine Schleuse mit dem Meer verbunden. Allerdings ist die Einfahrt zum Kanal immer versandet und deshalb die Ankunft stets über UKW anzukündigen. Ansonsten bietet die Marina mit angrenzender Werft jeden erforderlichen Service zu angemessenen Preisen.


Vesuv

In zahlreichen Windungen zwischen Lava führt die Strada Vesuviana vorbei am Observatorium hinauf zur Talstation (753m). Die Sesselbahn erreicht in 5-6 Min. den Gipfel (1160m). Lohnenswerter ist jedoch der ca. 20 minütige Aufstieg zu Fuß. (1995 noch ohne Führer möglich) Schwefelgeruch liegt in der Luft, Nebelschwaden schmiegen sich an den Kraterrand, die Aussicht auf den Golf von Neapel ist grandios. Isoliert ragt der Kegel aus der Ebene, südöstlich der kampanischen Hauptstadt Neapel, auf. Abgesehen von einigen Fumarolen ruht der Vulkan seit 1944. Der gewaltigste Ausbruch ereignete sich im Jahre 79 n. Chr. und vernichtete die zu seinen Füßen gelegene Stadt Pompeji, nahezu vollständig. Die Ruinen sind wohl das großartigste Beispiel einer durch Ausgrabung wieder zugänglich gemachten altrömischen Stadt. Wenn auch die Gebäude in trümmerhaften Zustand sind und Inneneinrichtungen sowie Hausrat erst bei den neueren Grabungen möglichst an Ort und Stelle belassen werden, so tritt dem Besucher doch das antike Leben mit seiner Wohnkultur in Luxus- und Bürgerhäusern, auf Markt und Straßen, in Bädern, Theatern und Tempeln nirgends so greifbar lebendig und oft erstaunlich modern entgegen wie hier. Beispielsweise zeugen tief eingefahrene Geleise im Pflaster von regem Wagenverkehr. In der Via dell’ Abbondanza, eine der Hauptgeschäftsstraßen liegt das Thermopolium, eine Schenke mit vollem Bestand an Gefäßen, Kessel, Herd und Lampe, auf der Theke liegt noch das Geld des letzten Gastes.

Praktische Hinweise: Ein Campingplatz mit Pizzeria liegt direkt gegenüber des Einganges zur Ausgrabungsstätte.



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