Die Balearen - Perlen des Mittelmeeres


Sie haben alle ihren ganz eigenen Charakter, der sie unverwechselbar und liebenswert macht. Strandurlaub an einer der herrlichen, langen Sandstrände oder Ankern in einer der zahllosen Buchten. Ruhe im stillen, ländlichen Inselinneren unter Orangen- und Mandelbäumen. Stimulierendes Ambiente bei Tänzen, Festen, Bräuchen sowie Landschaften zum Verlieben. Mit ihren Facetten bieten Mallorca, Ibiza, Formentera und Menorca jedem sein eigenes kleines Paradies.

Die Gesamtheit aller Inseln, (Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera und ca. 150 weitere kleine Eilande), umfasst über 5000 qkm und bildet die spanische "Provincia de Baleares" mit Palma de Mallorca als Verwaltungssitz.

Die Inseln sind die abgesprengte Fortsetzung des sich von Gibraltar über die Sierra Nevada bis zum Cabo de la Nao hinziehenden Andalusischen Faltengebirges. Tektonische Bewegungen mit gewaltigen Landeinbrüchen und Überflutungen ließen im jüngeren Tertiär die Verbindung mit der Iberischen Halbinsel abreißen. Ein bis zu 1500 m tiefer Meeresgraben trennt heute den Archipel vom spanischen Festland. Die Balearen wie auch die Pityusen (Pinieninseln) Ibiza und Formentera besitzen einen eigenen Festlandsockel.

Die Inselbewohner blicken auf eine bewegte Geschichte im Schnittpunkt mediterraner Seefahrt zurück.


Mallorca - Die Diva


mit 3660 qkm die größte Insel der Balearen. Sie hat zwei Gesichter: das eine steht für monströse Bettenburgen und Kampftrinker am Playa de Palma, das andere für vielfältige Landschaft, artenreiche Flora, urige Bergdörfer, romantische Buchten, weite Sandstrände und sanfte Dünen. Jeder entdeckt die Insel auf seine Art! Sie hat ihre Schätze gut verteilt und häufig sehr gut verborgen, die Vielfalt der Insel wird überraschen. Von Chopins Valldemossa bis zur Kulturmetropole Palma. Von den über 1000 m hohen Bergen an der Westküste über die landschaftlich geprägte Ebene mit bewässerten Feldern bis zu den ungezählten Buchten und verschwiegenen Stränden an der Ostküste. Im Norden präsentiert sich die heitere Insel von ihrer herben Seite. Das romantische Herz für stille Genießer schlägt in verträumten Dörfern und auf stolzen Fincas mit Vogelgezwitscher und knorrigen Olivenbäumen. Mallorca ist so groß, dass jeder seinen Lieblingsplatz findet.


Sóller und Port de Sóller, arab. Sulliar "Tal des Goldes"


Von der Haltestelle im Norden der halbkreisförmigen Bucht im Hafen von Sóller zuckelt das Holzbähnchen mit ihren offenen Wagen durch das Tal des Goldes, gemeint ist die fruchtbare Ebene mit Zitrusfrucht- und Mandelbäumen. Der paradiesische Obstgarten entstand durch die raffinierten Bewässerungssysteme der Mauren. Nach etwa 5 km erreicht die nostalgische Straßenbahn den platenenbestandenen Placa Constitució, eingerahmt von Fassaden nobler Bürgerhäuser. Hier sitzen alt und jung entspannt im angenehm kühlen Schatten der Platanen. Unweit davon steht die Pfarrkirche St. Bartomeu, ihre auffällige Fassade entstand erst 1904 als Werk des von Gaudì beeinflussten Architekten Joan Rubio.

Praktische Hinweise: Die Bahn pendelt halbstündlich bis stündlich zwischen Port de Sóller und Sóller (Fahrpreis ca. 0,75 Euro), Anschluß nach Palma mit dem "Roten Blitz", eine Museumseisenbahn aus dem Jahre 1912.

Noch vor einigen Jahren war das freie Ankern im Hafen erlaubt, heute ist wohl die Anzahl der Boote begrenzt!


Sa Calobra galt noch vor 10 Jahren an der Westküste als Geheimtipp. Ankern im türkisblauen Wasser über goldgelbem Sand, wandern (nur für erfahrene Bergsteiger) durch einen Canyon von außergewöhnlicher Schönheit, seine ursprüngliche Naturgewalt wird wiedererweckt beim Anblick der über 100 m hohen Felswände und der tonnenschweren Steinbrocken, die den Weg versperren.

Praktische Hinweise: Ausflug in den Canyon nur bei stabiler Wetterlage; bei Regenfällen in den Wintermonaten kann sich die Schlucht binnen kurzer Zeit in einen reißenden Fluss und somit in eine gefährliche Falle verwandeln. Das gleiche gilt für die Bucht, es sollte immer eine Person an Bord bleiben, denn plötzlich auftretende Böen sind hier keine Seltenheit.


Valldemossa liegt inmitten von Olivenhainen und Gärten 425 m über dem Meer. Damals von den Mallorquinern vertrieben lebt der Ort heute vom Mythos der Schriftstellerin George Sand und des Komponisten Frédéric Chopin (Ein Winter auf Mallorca). Im Mittelpunkt des interessierten Besuchers steht das Kartäuserkloster "Sa Cartoixa" in dem die beiden Berühmtheiten jenen traurigen Winter verbrachten. Nach der Kathedrale von Palma das zweithäufigst besuchte Bauwerk der Insel. In den stillen von Natursteinhäusern geprägten Pflastergassen des alten Ortsteiles der Kartause trifft man auf liebevoll geschmückte Fassaden und wildwuchernde Gärten, die einen Einblick in das unverfälschte Dorfleben geben.


Cap Formentor - wer eine der landschaftlich schönsten Ziele Mallorcas zu Gesicht bekommen möchte, muss allerdings eine anstrengende Tour über eine enge, kurvenreiche Straße hinaus zur Felseninsel Formentor auf sich nehmen. Eine ganze Reihe von Aussichtspunkten bieten ein unvergleichbares Panorama, mehr als 200 m über dem Meer, bei guter Sicht entdeckt das geschulte Auge eines Seglers auch die Küste der benachbarten Insel Menorca.


Porto Colom - wegen mangelnder Strände ruhiger und sehr geschützter Hafen an der Ostküste. Früher wurden hier die in Felanitx gekelterten Weine verschifft. Heute leben die Bewohner vom Fischfang und aufstrebendem Fremdenverkehr.

Tipp: Noch vor wenigen Jahren war das freie Ankern erlaubt, z. Zt. sind Mooringbojen ausgelegt. Vorzügliche Küche zu angemessenen Preisen genießt man im "Florian" mit Blick auf den Hafen.


Felanitx - ca. 15 km landeinwärts liegt das Städtchen zwischen Weingärten und Feldern. Kleine Bars und Cafés säumen den Plaza de Espana. Die Pfarrkirche Sant Miguel östlich, oberhalb des Platzes zeigt sich mit ihrer weiten Freitreppe goldgelb in der Abendsonne.

Tipp: In der Nähe, ca. 6 km südöstlich von Felanitx befindet sich das wehrhaft wirkende Kloster Ermita de Sant Salvador, gegründet 1348 von dem Verwalter des Kastells von Santueri. Es gehört zu den bedeutendsten Wallfahrtsorten Mallorcas. Das 7 m hohe Christusmonument stammt allerdings erst aus dem 20. Jh., bei gutem Wetter reicht die Aussicht fast über die gesamte Südinsel.

Castell de Santueri sind Reste einer mittelalterlichen Festung gegenüber des Klosterberges. Schon die Römer ließen hier oben aus strategischen Gründen einen Wachturm errichten. Teile der Außenmauern sind noch erhalten, im Innern weiden Ziegen und Schafe.


Menorca - Im Schatten der großen Schwester


Nur etwa 22 Seemeilen nordöstlich von Mallorca liegt die, mit 686 qkm zweitgrößte Baleareninsel. Ihre Reize sind eher herb als lieblich, schöpft die Insel doch ihre Kraft aus der himmlischen Ruhe einer intakten Natur. Der Inselnorden bietet viele kleine, malerisch weißleuchtende Dörfer, im Frühjahr tiefgrüne Wiesen und blühende Felder, die von einem Netz niedriger Steinmauern eingerahmt werden. Idyllische Fischerhäfen, schroffe Steilküste oder versteckte Buchten. An der Südküste ergießen sich die Sandstrände wie flüssiges Gold in das tintenblaue Meer. Hinzu kommen Menorcas prähistorische Monumente: Taulas, Navetas und Talayots, Zeugnisse der einstigen Eroberer. Überreste von Megalithen, darunter einzigartige Gebilde, die vermutlich tragende Elemente ursprünglich noch größerer Bauwerke waren. Charakteristisch sind ihre Häuser, die an die englische Herrschaft erinnern. Früher war Ciutadella an der Westküste die Inselhauptstadt, seit 1722 ist es Mahón im Osten, am Ende einer fjordartigen Bucht, vom Festungsberg La Mola geschützte Hafenstadt.

Die wichtigsten Erzeugnisse der Insel sind Wein, Öl, Getreide, Flachs und Süsskartoffeln. Wie bei allen Baleareninseln wird der Tourismus als Wirtschaftsfaktor auf Menorca immer bedeutender.


Ciutadella ist eine Stadt mit mediterranem Flair. Der Rundgang beginnt an der palmenbestandenen Plaza Alfonso III durch die verwinkelten Gassen, entlang an prächtigen Palastfronten und mamorgepfasterten Arkadengängen bis zum fjordförmigen Hafen hinunter. Ein schmaler Holzsteg am Festungssockel bietet den kleinen unzähligen Fischerbooten Platz. An der Mole gegenüber liegen die Segler im Päckchen. Der Kapitän der turbinenangetriebenen Fähre (ein riesiger Katamaran) stellt beim Anlegemanöver in dem doch recht schmalen Nadelöhr sein Können unter Beweis.


Cala Santandria eine lange, schmale von flachen Felsen gesäumte Bucht liegt im Südwesten der Insel. Eine schwere Stahltrosse, die in Längsrichtung auf den plateauartigen Grund der Bucht gelegt wurde, bietet die Möglichkeit sich mit dem Anker einzuhaken und dann mit Heckleinen sicher festzumachen.


Mahón, die Hauptstadt der Insel zeigt sich als pulsierendes Zentrum und vereint in sich englischen Steil mit mediterraner Atmosphäre. Patrizierhäuser im Stil des 18. Jahrhunderts, typische Reihenhäuser, Pubs und Gin-Destillerien erinnern an die englische Epoche Menorcas. Besonders erwähnenswert ist der ca. 3 Seemeilen lange Naturhafen, der auch Anlaufpunkt vieler Kreuzfahrtschiffe ist.


Cala Fornells, bekannt durch ihre reichhaltigen Langustenfangründe liegt im Norden der Insel, der durch seine wild romantischen Küsten, teils mit schroffen Felsen und kleinen unbebauten Strandbuchten, beeindruckt.

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